Mächtig Kabellos – die drahtlose Mighty Mouse von Apple

Dank eines noch ganz schnell geäußerten (und erfüllten) Geburtstagswunsches kann ich nun über meine ersten Erfahrungen mit der drahtlosen Mighty Mouse berichten.
Apples Mäuse sehen ja schon immer etwas anders aus als die anderer Hersteller. Bei den ersten Macs im wesentlichen dadurch dass sie nur eine Taste hatten. Bei den iMac Mäusen dadurch weil sie rund und unbenutzbar waren. Die neueren Mäuse sahen dann so aus, als ob sie gar keine Tasten mehr hätten. Bei der Mighty Mouse mit Kabel verstecken sich erstaunlich viele Funktionen unter der glatten Oberfläche.
Zur Installation der drahtlosen Mighty Mouse benötigt man eine andere Maus oder ein Trackpad. Wer beim Eintreffen des Pakets sofort die alte Maus aus dem Fenster feuert schaut somit in die Röhre. Auf einer CD befindet sich die nötige Software: nach der Installation und einem Neustart kann man die Maus im Tastatur & Maus Kontrollfeld in den Systemeinstellungen anmelden.
Erstaunlich schnell nach dem Anschalten ist die Maus auch benutzbar: im Gegensatz zu normalen Mäusen muss eine Bluetooth-Maus ein relativ umständliches Prozedere durchlaufen, um dem Rechner mitzuteilen dass sie da ist. Diesen Vorgang erledigt die Mighty Mouse sehr schnell: nach dem Einschalten kann man praktisch sofort loslegen.
Die drahtlose Mighty Mouse sieht exakt aus wie die Variante mit Kabel. Bis auf diesen kleinen Umstand, dass das Kabel fehlt. Wer die Mighty Mosue mit Kabel liebt wird auch die neue lieben.
Viele Bluetoothmäuse haben den Nachteil dass sie “nachziehen”: die Bewegung des Cursors wird dabei ein paar Millisekunden später ausgeführt, als man sie mit der Hand gemacht hat. Dadurch rennt man oft am Ziel vorbei – man muss die Maus um ein paar Pixel zurückbewegen um das gewünschte Ziel wirklich zu treffen. Bei der Mighty Mouse ist dies nicht so: der Cursor klebt an der Hand wie man es von einer kabelgebundenen Maus gewöhnt ist, die Latenz ist klein genug um nicht bemerkbar zu sein. Da die Mighty im Gegensatz zu vielen anderen Mäusen mit einem Laser und nicht mit einer Infrarotoptik arbeitet, arbeitet sie auf so ziemlich jedem Untergrund mit einer sehr hohen Präzision. Es gibt kein rumspringen des Cursors, wie man es von optischen Mäusen auf manchen Tischplatten kennt.
Die Oberfläche der Maus ist bis auf den kleinen Rollball und die Tasten an der Seite komplett geschlossen – sichtbare Tasten sind da nirgendwo. Darum ist dies die erste Maus seit langem die man erklären muss. “Siehts du, wenn du hier drückst geht das Kontextmenü auf…” – und dass bei Menschen, die sowohl mit Ein- als auch Mehrtastenmäusen sehr wohl vertraut sind. Wenn man es ganz genau nimmt dann hat diese Maus tatsächlich nur eine Taste: ob man einen normalen Klick machen wollte oder einen Rechtsklick entscheidet die Maus mit einem Sensorfeld. Wenn man auf beiden “Tasten” einen Finger liegen hat, entscheidet sich die Maus für einen normalen Klick, sodass man den Zeigefinger ein wenig anheben muss wenn man einen Rechtsklick machen will. Es gibt Menschen die das überhaupt nicht stört, andere hingegen treibt es in den Wahnsinn. Ich habe mich noch nicht wirklich entschieden – zwar habe ich bisher noch nicht falsch geklickt, allerdings fühlt sich der angehobene Zeigefinger irgendwie nicht natürlich an. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass der angehobene Zeigefinger kein ergonomischer Nachteil sein soll.
Wo andere Mäuse ein kleines Rädchen haben, hat die Mighty einen kleinen Rollball. Dieser lässt sich mindestens genauso gut bedienen wie das Rad, hat jedoch einen großen Vorteil wenn es darum geht in Bildern oder (nicht ganz so sexy) großen Excel Spreadsheets zu scrollen: horizontal scrollt es sich genau so gut wie vertikal. Der kleine Ball ist eindeutig eines der Highlights der Mighty Mouse.
Auch der kleine Rollball ist klickbar – bisher haben wir also drei virtuelle Tasten. Eine vierte bekommt man, wenn man die Maus ein wenig von beiden Seiten drückt. Für mein Gefühl muss man die Maus ein wenig stärker quetschen als es noch Angenehm wäre. Es fällt mir schwer die nötige Kraft zwischen Ringfinger und Daumen aufzubringen ohne die Hand unangenehm zu verkrampfen – mit Daumen und Mittelfinger geht es viel besser, meinen Mittelfinger würde ich aber lieber auf der rechten Hälfte der Maus liegen lassen. Vielleicht komme ich im Laufe der Tage ja noch auf den Trick. Bis dahin gilt: sehr gewöhnungsbedürftig.
Über ein Kontrollfeld lässt sich die Funktion einer jeden Taste frei belegen. “Frei” heisst in diesem Fall: aus einer kleinen Auswahl wählen, die Apple für sinnvoll hält. Dazu gehören neben normalen und Sekundären (Rechts-) Klick noch das Dashboard, die diversen Exposé Funktionen, der Programmumschalter, Spotlight oder der Start eines beliebigen Programms. Du willst eine Taste mit einem Shift-Klick belegen, um leichter mehrere Objekte auswählen zu können? Pech gehabt! Der Apfel-Klick, der im Browser Links in einem neuen Tab öffnet, heisst bei Apple “Taste 3″ und lässt sich ausschließlich auf den Rollball legen. Etwas mehr Flexibilität bei den Einstellungen könnte überhaupt nicht schaden.

Ein durchaus nettes Gimmick nennt sich “Scroll-Zoom”: wenn man eine einstellbare Taste gedrückt hällt kann man jederzeit in den Bildschirm hineinzoomen. Die gleiche Funktionalität kann man auch über die Tasten Apfel-Alt-´ und Apfel-Alt-ß nutzen, allerdings geht es mit der Maus wesentlich einfacher. Beim Gestalten von Websites ist dies sicher praktisch, mehr Einsatzzwecke fallen mir jedoch nicht ein.
Apple scheint das Thema Maus durchaus verbissen zu sehen: jahrelang weigerte sich die Firma standhaft eine Maus mit mehr als einer Taste zu produzieren – und seitdem es sie nun doch gibt muss sie wenigsten extravagant sein. Dabei kommen durchaus sinnvolle Lösungen heraus: der Rollball ist sehr angenehm, die Bluetooth-Verbindung schnell und die Laserabtastung präzise und zeitgemäß. Der Ein-/Ausschalter der die Optik schützt ist eines dieser kleinen, liebenswerten Apple Details. Dennoch scheint die Mighty Mouse eine Lösung ohne Problem zu sein: wozu recht aufwendig mehrere Tasten simulieren, wenn man doch einfach mehrere Tasten anbringen kann? Wegen des Designs! Unbestritten ist die Mighty Mouse eine der schönsten Mäuse überhaupt – die glatte, sanft geschwungene Oberfläche ohne Unterbrechungen ist wunderschön und wird garantiert zu einem Designklassiker werden – wenn sie es nicht schon ist. Aber ich will eigentlich kein Kunstwerk über meinen Schreibtisch schieben sondern eine außergewöhnlich gute Maus.
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CD-Installation? Neustart?!
Sind wir wieder soweit?
Ich hab die Maus seit Donnerstag im Extremeinsatz und bin ziemlich begeistert. Besonders angenehm finde ich, dass sich die Maus mit nur einer oder auch zwei Batterien nutzen lässt; mit nur einer im Schacht wird sie zu einem echten Leichtgewicht im Vergleich zur »alten« Apple-BT-Mouse. Außerdem klickt sie viel leiser, hat geschmeidigere Gleiteigenschaften (z.B. auf Holztischen) und fällt gerade dort durch eine ungemein höhere Präzision auf.
Zum Trick mit den Seitentasten: Verkrampfen tut man, wenn man zentral beide Tasten gleichzeitig drückt. der Trick ist, mit dem Daumen links einfach nur gegenzuhalten und mit dem Ringfinger rechts die Taste im oberen Drittel anzuklicken. Dann geht’s ganz leicht ;)
Zur Zoomfunktion: Die werden vor allem User hilfreich finden, die viele Screencasts oder Videotutorials produzieren. »Früher« musste man mit einem Shortcut die Zoomfunktion aktivieren und mit zwei weiteren Shortcuts ein- und auszoomen. Jetzt geht das einfach über den Scrollball – und das auch noch stufenlos.
Im oberen Drittel. Ja, das geht wirklich besser, aber perfekt ist es noch nicht. :)