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Windows auf dem Mac

August 22nd, 2006 Leave a comment Go to comments

Mal ehrlich, sind wir nicht alle ein bisschen Luke? Zieht es uns nicht alle manchmal auf die dunkle Seite der Macht, z.B. wenn es ein Programm nur für Windows gibt? Zu den guten, alten PowerMac Zeiten gab es genau eine Möglichkeit Windows Programme auf dem Mac ausführen zu können: Microsofts VirtualPC. Doch seitdem es Intel Macs gibt schiessen die Lösungen geradezu wie Pilze aus dem Boden. Die mir bekannten möchte ich hier kurz erwähnen und erklären.


Foto von Kit Hartford

Apple Boot Camp: Boot Camp macht aus jedem Intel Mac einen echten PC. So echt, dass man fast den Apfel abdecken muss wenn man es benutzt. Um zwischen Mac OS und Windows zu wechseln muss man den Mac neu starten. Danach funktioniert alles so wie auf einem PC: Zubehör, dass unter Mac OS nicht mal piept läuft plötzlich – solange sie auch auf jedem anderen PC läuft. Boot Camp ist mit Abstand die schnellste verfügbare Lösung: mit ihr kann man auch anspruchsvolle Spiele oder 3D Programme laufen lassen. Auf der anderen Seite muss man aber z.B. alle Netzwerkverbindungen erneut anlegen: eben unter Windows. Boot Camp gibt ist kostenlos, eine Windows Lizenz ist zusätzlich nötig.


Parallels Desktop for Mac: Wenn man Parallels Desktop einsetzt muss man seinen Mac nicht neu starten um Windows Programme nutzen zu können. Parallels ist ein normales Programm: in einem Fenster startet Windows, bei Bedarf kann in den Vollbildmodus wechseln. Wenn man das Programm beendet ist der PC aus. Praktisch ist diese Lösung für alle die zwischendurch mal kurz ein Windows Programm starten wollen oder müssen, z.B. um beim Webdesign Seiten im Internet Explorer zu testen. Dieser Komfort geht aber auf kosten der Geschwindigkeit: zwei komplette Betriebssysteme müssen auf der selben Hardware laufen. Insbesondere in Sachen Grafikleistung und Hardwareunterstützung kann diese Lösung lang nicht mit Boot Camp mithalten. Parallels kostet 80$, eine Windows Lizenz ist zusätzlich nötig.


Q: Q ist ein kostenloser Emulator. Im Gegensatz zu Parallels dass die Fähigkeiten moderner Intel Prozessoren nutzt mehrere Betriebssysteme gleichzeitig ausführen zu können, wird bei Q ein kompletter Prozessor in Software nachgebildet. Dadurch läuft Q auch auf PowerMacs – wenn auch unglaublich langsam. Auch die Intel Version ist langsamer als die vorher beschriebenen Lösungen. Dafür kann Q aber sehr flexibel verschiedene Hardware nachahmen: es stehen mehrere (emulierte) Netzwerk- und Grafikkarten zur Auswahl, wodurch so ziemlich alles funktionieren sollte was jemals auf einem PC gelaufen ist. Q bietet die Möglichkeit Virtual PC Festplatten zu recyceln und hatte im Kurztest – im Gegensatz zu Parallels – überhaupt keine Probleme mit dem Netzwerk, stellt sich aber z.B. beim Lesen von CDs etwas blöder an. Wenn man noch irgendwo eine alte Windows CD rumfliegen hat lohnt ein Blick auf Q auf jeden Fall. Q ist Opensource und somit kostenlos, eine Windows Lizenz ist zusätzlich nötig.


VMware: VMware ist noch nicht verfügbar, dennoch verdient es hier eine Erwähnung. Schliesslich ist VMware die Lösung für PC Virtualisierung unter Linux und Windows überhaupt. Dabei kann das Programm neben dem simplen “ich starte mal kurz ein Programm” auch komplette Firmennetzwerke mit Hunderten Computern unter Dutzenden Betriebssystemen auf einem Server nachbilden und ist dabei für eine hohe Zuverlässigkeit und Stabilität bekannt. VMware Workstation für Linux und Windows kostet 189$.


Darwine: Das Versprechen Windows Programme ganz ohne Windows ausführen zu können will Darwine eines Tages einlösen können. Es basiert auf dem WINE Projekt das seit Jahren an dem ehrgeizigen Ziel arbeitet möglichst alle Windows Befehle auf die ein Windows Programm so zugreifen kann (Win API) nachzubilden. Dadurch liessen sich Windows Programme auf dem Mac fast genauso benutzen wie alle anderen Mac Programme auch: man startet sie per Doppelklick im Finder und sie haben ganze normale Fenster – so eine Art Classic Modus für Windows. Allerdings können noch lange nicht alle Windows-Befehle ausgeführt werden, viele sind noch fehlerhaft. Nur eine kleine Zahl von Programmen lässt sich ausführen und auch die nur nach ausführlicher Konfiguration eines jeden einzelnen Programms. Darwine ist OpenSource und somit kostenlos, eine Windows Lizenz ist nicht nötig.


CrossOver Mac: Wie VMware ist auch CrossOver für den Mac noch nicht verfügbar, unter Linux jedoch schon fast ein alter Bekannter. CrossOver basiert wie Darwine auf WINE, ist allerdings nicht kostenlos. Dafür bietet es eine einfachen Installationsassistenten für eine Handvoll Programme. Wie WINE ist auch CrossOver keine Lösung jedes beliebige Windows Programm auf dem Mac ausführen zu können, erst recht ungeeignet ist es für Spiele. Wer jedoch darauf angewiesen einzelne Programme wie Access, Lotus Notes oder Visio zu nutzen könnte in CrossOver die Lösung überhaupt finden. CrossOver für Linux kostet 70$, eine Windows Lizenz ist nicht nötig.

  1. martin
    August 22nd, 2006 at 16:54 | #1

    Zu Bootcamp: Der Intel-Mac ist auch ohne Bootcamp ein Windows-PC, soll heißen, man braucht BootCamp nicht, um Windows oder beliebige auf x86 lauffähige Betriebssyteme auf dem Mac laufen zu lassen. Seit einem Firmware-Update von Apple ist die BIOS-Emulation im EFI dabei!

    BootCamp ist vielmehr ein Tool, was folgendes vereinfacht:
    * Anlegen von NTFS-Partitionen und Verkleinern von bereits vorhandenen Partitionen
    * Brennen einer Treiber-CD für Windows
    * Treiber werden für iSight usw. mitgeliefert.

    Ciao,
    Martin

  1. August 23rd, 2006 at 01:53 | #1