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Flach und fair im Zug

Nach vielen Jahren habe ich jetzt das erste Mal meinen Tarif umgestellt. Als einer der ersten 3.000 Kunden von Viag Interkom habe ich seit sehr vielen Jahren keine Vertragsänderung vorgenommen. Jetzt allerdings lockten die neuen Internettarife von Rechtsnachfolger o2, die ja bekanntlich auf der CeBIT angekündigt wurden und an diesem Wochenende auch zur Buchung freigegeben haben.

Nun komme ich also – dank “o2 Genion L” Tarif – endlich auch mal in den Genuss einer Homezone (keine Ahnung, ob man sich dann besser fühlt), aber der eigentliche Grund des Wechsels ist natürlich der neue “Internet Pack L”, der für 25 EUR im Monat einem eine Internet-Flatrate im sog. “Fair”-Klassement anbietet: bis zu 5 GB Datenvolumen sind darin enthalten. Aber aufgepasst: überschreitet man diese Grenze gilt für alle weiteren Bytes wieder ein Zeittarif. Damit ist die “FairFlat” nicht ganz so fair wie man es von anderen Providern kennt: die schlucken für gut zwei Monate auch überzogene Datenmengen bevor sie einem Luigi nach Hause schicken. Naja.

o2 setzt also auf eine scharfe Kante, liegt aber im Vergleich zu T-Mobil und Vodafone beim halben Preis. Nur E-Plus und Base bieten eine totale Flatrate an. Allerdings setzen alle Betreiber derzeit wohl darauf, dass 5 GB bereits eine natürliche Grenze darstellen. Allein mit Webseiten-Klicken lässt sich diese Grenze auch schwerlich sprengen, bei großen Download-Bedarf mag das schon anders aussehen. Man wird sehen, welche Erfahrungen die Provider machen. Ich denke aber, es werden gute sein, denn die aktuelle Tarifwelle ist der erste wirklich ernst gemeinte Vorstoss, den Kunden das zu geben, was sie haben wollen: unbeschnittenes, mobiles Internet zu einem halbwegs erträglichen Preis.

Das mobile Internet macht sich bisher ganz gut. Nicht überall hat man UMTS, aber wenn man nicht zu viel gleichzeitig mit dem Netz macht, ist auch GPRS zwischendurch zu ertragen. Erst UMTS bietet einem aber eine geschwindkeit, bei der man sich nicht auf Dauer so fühlt wie in Fahrstühlen, deren Tür immer erst 5 Sekunden nach Drücken der Tasten losfährt. Kurz gesagt: in urbanen Zonen hat man in der Regel UMTS. Auf dem Land ist es von bunt gescheckt bis dunkelgrau. Manche Gebeite werden so schnell nicht erschlossen werden.

Gestern bin ich mit dem ICE von München nach Hamburg gefahren und konnte die Verfügbarkeit der Netzabdeckung testen. Die Erfahrung war deutlich besser als gedacht, wenn auch nicht restlos befriedigend. Fast auf der ganzen Strecke waren auch immer wieder UMTS-Basisstationen in Reichweite. Es empfiehlt sich auf jeden Fall in einer sog. Handy-Zone zu reservieren, weil dort der Empfang besser ist. Interessanterweise konnte man in Tunnels häufig volle Netzabdeckung entdecken und erst bei der anschliessenden Fahrt durch bergige Regionen riss die Verbindung ab. Verkehrte Welt.

Ich war überrascht, wie gut das Handover funktionierte: die Datenverbindung wechselte flüssig zwischen verschiedenen Anbietern (eben o2 und T-Mobile) und Netztypen (GSM und UMTS). Nur totale Funklöcher stören. Während der fünfeinhalb Stunden langen Fahrt hatte ich über weitere Strecken zumindest so viel Netz, um ein paar Diskussionen via Chat abzuschliessen und recht bequem Mail zu lesen und zu beantworten.

Insgesamt also gute Erfahrungen. Mein Nokia E61 nippt allerdings im UMTS-Betrieb recht ordentlich an der Batterie und es empfiehlt sich, auch das Telefon unter Strom zu halten. Hier kann ich praktische USB-Stromversorgungskabel empfehlen. Gibt es für Nokia für die übliche Strafgebühr.

  1. April 7th, 2007 at 09:27 | #1

    Ich weis ja, dass dies eine Marketing-Seite von O2 ist, bin auch selber Kunde. Was ich aber auf den Tod nicht ausstehen kann, sind sachen wie:

    “[..] für 25 EUR im Monat einem eine Internet-Flatrate im sog. “Fair”-Klassement anbietet: bis zu 5 GB Datenvolumen sind darin enthalten.”

    Wie oft denn noch? Ein Tarif mit irgendeiner Volumen- oder Zeitlimitierung ist keine Flatrate und kann damit auch nicht als solche vermarktet werden.

    Ansonsten sind die Tarife ja ganz ok. Bin selber mit meinem 10Mb Data Pack auf die 200er Option gewechselt und spar’ sogar noch ein paar cent.

  2. Thomas Tempelmann
    April 7th, 2007 at 12:17 | #2

    Ich habe mein N80 die meiste Zeit im GPRS- statt UMTS-Betrieb, weil der Accu dann schätzungsweise 2-3mal so länge durchhält.

    Frage zum Surfen im Zug: Bleibt man im “Flatrate”-Datentarif (also echt, das ist doch von der Namensgebung schon bewußte Kundenirritation) auch, während andere Provider (T-Mobile z.B.) als Carrier dienen? Oder zahle ich dann doch Premium-Preise, die T-Mobile vorgibt und evtl. auch noch Roaming-Kosten einschließen?

    Thomas

  3. Thomas Tempelmann
    April 7th, 2007 at 13:11 | #3

    Moment – “Flatrate” bezieht sich dabei erstmal aufs Telefonieren, und das scheint dann wirklich unbegrenzt zu sein, wenn ich das richtig sehe. Beim L-Datentarif dagegen ist keine Rede von Flatrate auf den o2-Seiten, die ich dazu grad anschaue, lieber Theo. Na, dann nehme ich meinen Beschißvorwurf wieder zurück.

  4. Thomas Tempelmann
    April 7th, 2007 at 13:30 | #4

    Hab mich mal grad schlau gemacht und den Kundendienst von o2 angerufen:

    1. Zusätziche Gebühren scheinen bei der Zugfahrt nicht anzufallen, wenn auf andere Carrier (T-Mobile z.B.) unterwegs gewechselt wird. Die 5GB freies Datenvolumen gelten weiterhin.

    2. Es gibt keine Sicherheit, wenn man die 5GB Freivolumen überschreitet: Dann kostet nämlich jedes zus. MB 50 Cent! D.h, wenn man dann nochmal ein GB abruft, kostet das 500 Euro! Das ist ja der Wahnsinn. Völlig inakzeptabel.

    Zumal keine absolute Kontrolle über das Volumen gegeben wird: Man kann es nur indirekt mitbekommen, indem man das Telefon oder den Laptop fragt, wieviel er übertragen hat, aber wer mag sich darauf verlassen?

    Und was, wenn ich mal mit nem anderen Handy (selbe Karte) oder anderem Laptop surfe? Und eine autom. Sperre gibt’s schonmal gar nicht. Am Ende bin ich der Dumme, da kann mich o2 einfach auflaufen lassen und sagen: Da müssen Sie halt aufpassen. Oder: Das liegt nicht in unserer Verantwortung.

    Das macht mir Angst.

  5. Theodor Prinz
    April 7th, 2007 at 14:55 | #5

    @Martin: Mobile Macs ist keine Marketing-Site von o2, da kann ich Dich beruhigen. Das Blog wird zwar von o2 finanziell unterstützt, aber wir sind hier alle keine o2-Mitarbeiter sondern bloggen aus dem Bauch heraus :)

    Und ich stimme Dir auch grundsätzlich zu, dass diese “Fair”-Flatrates (die Anführungsstriche wurden bewusst gesetzt) im Kern dem Gedanken der Flatrate widersprechen. Wie schon erläutert ist E-Plus der einzige Provider, der in dieser Hinsicht den Namen korrekt verwendet. Trotzdem würde ich den Tarif auch nicht gerade als unfair bezeichnen wollen. Er ist derzeit eine sehr brauchbare Option und wie ich ja geschildert habe, funktioniert er auch ganz gut. Das ist ja auch was :)

  6. Tyler
    April 8th, 2007 at 13:24 | #6

    Nützlicher Blog-Eintrag und Erfahrungsbericht. Gerade als regelmäßiger Zugfahrer fände ich UMTS praktisch. Aber die Volumenbegrenzung ist da ein No-go und wenn schon, sollte das hart limitiert sein, als dass man dann in den sündhaft teuren Tarif rutscht.

    Ich denke in 1-2 Jahren wird es dann richtig interessant und vielleicht gar Festnetz-DSL Konkurrenz machen. Die aktuelle Tarifwelle sitze ich aber noch aus.

  7. April 8th, 2007 at 17:36 | #7

    So, da ich hier keine eigenen Artikel posten kann, möchte ich mal auf den Artikel verweisen, den ich gerade fertiggestellt habe:

    http://www.tempel.org/MobilesInternetBeiO2

    Er faßt so ziemlich alles zusammen, was ich zu dem Thema “o2 Internet-Packs” rausgefunden habe.

  8. April 9th, 2007 at 22:37 | #8

    Mit den Tarifen habe ich mich auch beschäftigt. Und dabei komme ich auf Fragen, die ich bei O2 nicht beantwortet finde:

    1. Gelten die Packs auch für GPRS-Verbindungen? O2 schreibt auf den Werbeseiten nur von UMTS. Und da ich bei Mobilfunkanbietern immer nur vom Schlimmsten ausgehe, dachte ich, das die Tarife nur für UMTS-Verbindungen gelten.

    2. Wie wird nach dem Freivolumen abgerechnet? Du schreibst:

    überschreitet man diese Grenze gilt für alle weiteren Bytes wieder ein Zeittarif

    Bei O2 liest man aber

    Preis für Folge-MB: 0,50/MB

    für Überschreitung des Freivolumens. Was denn nun? Für mich ist die Frage relevant, da ich eher zum M-Pack tendiere, bei dem man nur 200 MB Freivolumen hat.

    Und dass du im Tunnel besseren Empfang hast, liegt wohl daran, dass die Bahn viele Tunnel mit Repeatern für Mobilfunk ausgestattet hat.

  9. April 10th, 2007 at 15:26 | #9

    flokru,

    Die Packs gelten sicher auch für GPRS. Schon deswegen, weil Du ja z.Zt. unterwegs evtl. kein UMTS bekommst. Allerdings scheint es so zu sein, daß die Homezone in einem UMTS-gedeckten Gebiet sein muss, sonst wollen sie’s dir gar nicht anbieten (wohl weil dann die homezone beim Datenverkehr nicht erkannt werden könnte). Wenn Du aber den L-Tarif nimmst, wäre das wiederum egal.

    Und ja, ich habe übergangen, daß o2 beim L- und M-Tarif andere Kosten für die Überschreitung des Freivolumens hat – deswegen, weil ich da auch nicht genauer nachgehakt habe und deswegen nix genaueres weiß als das, was auf den Websites von o2 zu finden ist. Wobei 50c/MB immer noch happig ist, wenn man sich schon an 5GB gewöhnt hat.

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