Sony Ericsson K770i, K850i und W910i im Kurztest
O2 hat uns freundlicherweise eine Handvoll Testtelefone von Sony Ericsson zur Verfügung gestellt: das Walkmanhandy W910, und die beiden Cybershot-Handies K770 und K850.
Das K850 ist mir von Anfang an vertraut: seit fast zwei Jahren benutze ich ein K800i, und davor hatte ich ein K750. Ich mag es jederzeit eine halbwegs brauchbare Kamera bei mir zu haben. Die Telefone sind recht robust, und das Interface ist durchdacht und schnell.
Statt des sonst üblichen Joysticks hat das K850 ein kleines Rechteck, dass um die Zifferntasten 2 und 5 gelegt ist. Die beiden sonst üblichen Softkeys fehlen ebenfalls – stattdessen hat das Display ein Touchscreen mit drei virtuellen Tasten.
Diese Änderung sorgt dafür, dass sowohl Display als auch Tastatur im Vergleich zum Vorgänger ein wenig größer werden konnten, ohne dass das Telefon mitwachsen musste. Dafür muss man sich aber an die rein virtuellen Sensortasten gewöhnen. Dies ist nicht ganz leicht, ist doch das Feedback bei diesen Tasten nun rein visuell. Was auf der normalen Benutzeroberfläche noch recht gut geht scheitert in Java-Programmen komplett: man fühlt den Klick nicht, man sieht ihn nicht, und wenn das Programm langsam ist, kann man sich nicht sicher sein, ob überhaupt etwas passiert ist. Auch kommt es sehr schnell zu Fehleingaben, wenn man mal schnell Schmutz von Display wischen möchte.
Ebenfalls neu ist ein Beschleunigungssensor, der den Bildschirm dreht, sobald man das Telefon horizontal dreht. Dieser funktioniert jedoch ausschließlich im neuen Mediaplayer, einem unpraktischen Programm zum abspielen von Filmen, Musik und Fotos.
Eine wesentlich hübschere Ergänzung stellt da der RSS Reader dar. Zwar verfügte schon der Vorgänger über einen gut versteckten Nachrichtenticker, der neue lässt sich jetzt aber direkt auf dem Home-Display einblenden. Überschriften (und Bilder, wenn vorhanden) werden der Reihe nach angezeigt. Bei Interesse kann man einen einzelnen Beitrag anklicken. Nachrichtenjunkie genug bin ich nicht, um dieses Feature wirklich zu nutzen aber um z.B. bei Twitter auf dem Laufenden zu bleiben ist es schon praktisch. Auf jeden Fall ist es schön, dass Sony Ericsson das Thema RSS ernst nimmt. In meinen Wunschträumen hat der Nachfolger dann sogar einen Jabber-Client.
Für die schnelle Datenkommunikation beherrscht das K850i HSDPA. Wenn man sich in der Nähe eines HSDPA fähigen Sendemastes befindet, erreicht man damit eine Geschwindigkeit, die sich vor DSL wirklich nicht zu verstecken braucht. Wirklich kein Vergleich zu UMTS.
Die zweite große Verbesserung des K850i ist sicherlich die Kamera. Absurde 5 Megapixel bietet diese nun. Aber es gibt auch echte Verbesserungen: der Blitz ist noch heller als beim Vorgänger. Außerdem gibt es nun ein Videolicht, dass Videoaufnahmen aufhellen soll. Das tut es eher schlecht als recht: lediglich Objekte, die sich direkt vor der Linse befinden kann man damit erkennen. Apropos Linse: Leider nicht mehr als ein Marketinggag ist der vielbeworbene Objektivschutz: denn vor dem diesem befindet sich eine Plexiglasscheibe. Jep, so sieht es aus: der Objektivschutz ist von einer Plexiglasscheibe geschützt.
Das ändert aber nichts an der hervorragenden Kameraqualität. Dank kurzer Einschaltzeit, toller und intuitiver Bedienung und einem guten Blitz stellt das K850i eine gute Schnappschusskamera da, in deren Bilder man durchaus auch mal reinzoomen darf, ohne das alles sofort verschwimmt. Eine Sammlung von Testbildern und Filmen unter verschiedenen Beleuchtungsverhältnissen gibt es hier.
Eine Nummer kleiner geht es beim K770 zu: so ist es zunächst mal um einiges kleiner als das doch recht große K850. Auch das Display ist um einiges kleiner. Dafür ist jedoch Platz für genug echte Tasten: keine Sensortasten sondern ganz normale, angenehme Tasten. Leider verfügt das K770 nicht über HSDPA sondern lediglich über UMTS.
Beim W910i handelt es sich um ein Walkman-Telefon. Diese zeichnen sich in erster Linie durch ihre Blindheit aus: als Hauptkamera verfügt es über eine 2 Megapixel Alibikamera. Dafür ist das Display verhältnismäßig riesig. Mit in der Verpackung steckt ein 1 GB Memory Stick, sowie ein USB Adapter, um die Musik aufs Telefon zu bekommen. Ebenso befinden sich zwei kleine Stereolautsprecher in der Box, die recht passablen Krach machen. Ein neuer Abspielmodus, “Sense Me”, soll dabei helfen Musik nach Stimmungen auszuwählen. Leider versagte dieses Feature bei mir komplett. Vielleicht stimmt ja auch was mit meinen Stimmungen nicht. Ein recht witziges Feature stellt “Shake Control” dar – damit kann man sich zum nächsten Song schütteln – zumindest, wenn man stark genug mit dem Telefon wackelt. Im Alltag ist dieses garantier komplett überflüssig. Leider hat auch dieses Walkman-Telefon wieder keinen Schmalen Kophörer-/Headset-Anschluss, sondern immer noch den gleichen fetten Adapter. Dies ist besonders ärgerlich, weil er nicht am Ende des Telefons angesteckt wird, sondern an der Seite. Dadurch wird das Telefon in der Tasche unnötig voluminös.
Hatte ich mich auf das K850i gefreut wie ein Schneekönig, bin ich mir nach der Testzeit nicht mehr so sicher: auch nach etwa einer Woche Benutzung konnte ich mich mit der Kombination aus “echten” und Sensortasten nicht so richtig anfreunden. Schade eigentlich, handelt es sich doch ansonsten um ein tolles Telefon mit guter Kamera und tollen Datenübertragungsraten. Die Software wurde nur minimal verändert, was jedoch kein Nachteil sein muss: das SE Interface ist schnell und in meinen Augen auch recht intuitiv zu bedienen.
Beim W910 enttäuscht der kleine Memorystick ein wenig. Auch der Kopfhöreranschluß lässt Wünsche offen. Gimmicks wie Shake Control können das nicht wirklich ausgleichen. Die schnelle Datenübertragung per HSDPA jedoch schon.
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Ich habe das W910 gehabt und war eigentlich doch ganz zufrieden damit. Aber es werden halt verschiedene Ansprüche gestellt.