Mal Luft holen
Ich war heute mal wieder bei Gravis in Berlin, um mal einen Blick auf das MacBook Air zu werfen, von dem ich annahm, dass es dort ausgestellt sein würde. Dem war dann auch so, allerdings nur ein einziges Modell, das mit gleich zwei Bewegungssensor-Alarmkabeln versehen war, so dass man es nicht mal richtig in die Hand nehmen konnte.
Mein erster Eindruck war: groß genug, klein genug. Dann hob ich das Gerät mit einer Hand an und siehe da: keinen nennenswerte Belastung. Wenn ich mein MacBook mit einer Hand aufnehme wird es schon brenzlig, da ich Gefahr laufe, dass es mir entgleitet. Mit dem Air schien das kein Problem. Ich kenne zwar die genauen Gewichtsmaße der Geräte, aber man muss es eben selbst anfassen, um zu verstehen, wie sich das Gewicht auf das Tragefühl auswirkt.
Von außen sieht das Teil doch deutlich eleganter und zurückhaltender aus, als ich befürchtet hatte. Die Klappe mit den Schnittstellen war allerdings ausgeklappt und es steckte ein rotes USB-Kabel darin. Ich fragte den Verkäufer, ob ich das mal herausziehen könnte und wurde belehrt, dass es sich bei dem Kabel um einen weiteren Diebstahlsschutz handele. Ich fragte, ob es nicht einen Weg gäbe, das trotzdem mal zu entnehmen, damit ich mir einen Eindruck von der Optik des Gerätes ohne ausgeklappte Schublade machen könnte. Die Folge war eine mindestens oberlehrerhafte und verdammt nah an einer Unverschämtheit rangierende Zurechtweisung, dass das nicht ginge und ich doch hier bitte nicht widersprechen soll. Kundenbehandlung im Berliner Einzelhandel ist immer wieder ein Erlebnis.
Nachdem ich ihm mehr oder weniger unmissverständlich zu verstehen gegeben habe, dass ich nur weil ich hier mit potentieller Kaufbereitschaft Zeit für den Besuch seines Ladens aufbringe nicht bereit bin, mich wie einen Idioten behandeln zu lassen klickte ich noch eine Weile ungerichtet auf der Maschine herum und konnte keine negativen Dinge feststellen. Ich zog dann in den ersten Stock ab, um mich von den Mängeln des Apple TV-Updates selbst zu überzeugen.
Im ersten Stock wurde mir dann prompt und vergleichsweise freundlich eine Demo angeboten. Ich klappterte flugs die beiden mir wichtigen Features ab: das Abonnieren von Podcasts und das Ansprechen anderer AirTunes-Geräte – beides Fehlanzeige. “Ich warte dann mal auf Take 3″, meinte ich zu dem Verkäufer, dem ich vorher noch die Bedeutung des Abonnierens eines Podcasts im Gegenastz rum reinen Download einzelner Podcast-Episoden erklärte und schlich mich wieder von dannen.
Irgendwie machen mich meine Besuche bei Gravis in letzter Zeit nicht glücklich. Aber das MacBook Air wird glaube ich ein Renner.
in iTunes abonnieren
Mein einziges Gravis-Erlebnis beschränkt sich darauf, dass ich mal dem lokalen Gravis-Store eine E-Mail mit einer Anfrage geschickt habe. Bekam nie eine Antwort. Abgespeichert unter “Haben bereits mehr als genug Kunden”.
Dafür war ich heute bei einem mittelkleinen Apple-Händler (um btw. ein drei Wochen altes, schon defektes MacBook zur Reparatur zu bringen). Hatten leider kein MacBook Air da. Anfassen würde ich das auch gerne mal. Wenn auch sicher nicht kaufen.
Das beiden Kabel sind keine Bewegungssensoren, es ist nur das (leider trotzdem extrem wackelsensitive) rote Kabel gesichert. Es scheint als sei der USB-Stecker am Air etwas großzügiger gestaltet, um leichteres Rausziehen der Geräte bzw. Sicherheitsentfernen zu ermöglichen – was bei einem leichten Gerät Sinn macht.
Der Mitarbeiter war sicher nur vom Versuch viiiiieeeeler Kunden genervt, das Kabel zu entfernen und ein ohrenbetäubend lautes Fiepen zu ertragen – mehrere Male am Tag :)
“Kundenbehandlung im Berliner Einzelhandel ist immer wieder ein Erlebnis.” Da sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Gravis da doch immer wieder Spitzenpositionen bei der Unfreundlichkeit einnimmt. Da scheint auch der Umzug keine Änderung gebracht zu haben, aber selbst aus neu eröffneten Filialen in anderen Städten hört man da vergleichbares. Scheint Einstellungskriterium zu sein.
also als ich da war, letzte Woche, waren es noch zwei. Das Eine auf einem kleinen Podest, wie beschrieben, und das Andere ganz unscheinbar zwei Tische weiter… da stand dann auch keiner und ich konnte es viel besser für gut befinden!
Einfach ein paar Schritte weiter, die Bismarkstraße hoch zu M & M Trading (Bismarkstrasse 5). Die sind deutlich freundlicher als die tatsächlich auch inkompetenten (habe da einige Erfahrung) GRAVIS-Mitarbeiter.
Diese Erfahrung ist nicht auf den Berliner Raum beschränkt. Gravis scheint in Sachen Kundenzufriedenheit bundesweite Standards zu haben. Ich erinnere mich immer wieder gerne an den Verkäufer im Bonner Gravis, der auf meine mit offensichtlicher Kaufabsicht verbundene Frage nach einem PowerBook G4 12″ mit 1 GB RAM (statt der Werksbestückung von 256 MB) nur sagte “Ham wa nich” und sich ungerührt und unverzüglich dem nächsten Kunden zuwandte. Er hielt es nicht einmal für notwendig, sich meine folgende Frage nach eventueller Bestellbarkeit noch anzuhören.
Es gibt einige wenige Ausnahmen, auch im Bonner Gravis. Der beschriebene “Verkäufer” ist auch unter seinen Kollegen schon bekannt. Einen Bekannten, der eine offensichtlich nicht zufriedenstellend ausgeführte Reparatur freundlich bemängelte, kündigte er gegenüber seinem Kollegen deutlich hörbar mit “Da ist ein Problemkunde.” an.
Du bist der erste, der sagt das MacBook Air werde ein Renner. Der Rest zweifelt daran, ich inklusive. Apple veroeffentlich leider – und hier wohl aus gutem Grund – keine Zahlen.
http://www.appleinsider.com/articles/08/02/12/macbook_air_demand_trails_that_of_original_intel_based_macbook.html
Gibt es Fuxdata noch? Von denen habe ich mal gutes gehört. Oder haben die keine Demogeräte?
@Mathias Wagner: Ja, ich denke es wird erfolgreich sein. Leute, die heute mit einem MacBook oder MacBook Pro gut bedient sind, haben an dem Gerät sicherlich kein Interesse. Aber ich denke es gibt ein großes Potential bei Leuten, die eben selten genug überhaupt Schnittstellen benutzen und dann eben auch nur USB, einen externen Bildschirm oder WLAN/Bluetooth.
Das Air besticht einfach durch seine kompakten Maße und sein niedriges Gewicht – und bietet trotzdem einen ordentlichen Screen und eine vollwertige Tastatur. Mein MacBook schleppe ich immer noch sehr widerwillig mit – besonders auf kurze Strecken. Das Air ist vielmehr das Gerät, dass man immer dabei haben will – sofern es ein vollwertiger Computer sein soll. Die nächste Stufe heißt dann iPod touch.
@sven: fuxdata gibt es noch und ist auch immer noch Apple-Händler. Sehr zu empfehlen, da sie in Berlin die einzigen sind, die sowohl PC- als auch Mac-Knowhow haben.
Ich kenne niemanden, dem es den Preis zwei vollwertiger Notebooks wert ist ein kastriertes Geraet mit Spiegeldisplay und festem Akku zu erhalten. Vielleicht sind das aber auch einfach reiche Menschen die sich ein Zweit- oder Dritt-Geraet kaufen…
@Mathias Wagner: Die Kastration ist der Wert des Gerätes, denn es handelt sich nicht um ein Notebook, sondern um ein Subnotebook. Und für Miniaturisierung sind wir bereit zu zahlen. Deswegen haben wir ja auch alle Notebooks und keine Desktops mehr.
Ich habe bei meinem MacBook den Akku noch nie gewechselt. Dazu kommt, dass das Mitführen von Zweitakkus in Flugzeugen demnächst sogar verboten wird. Mein Spiegeldisplay finde ich sehr gut.
Das Air ist kein Zweit- oder Drittnotebook. Es ist das erste Notebook für eine Zielgruppe, die von MacBook und MacBook Pro schlicht nicht erreicht wird und für die Portabilität um ein vielfaches wichtiger ist als eine große, schnelle Platte oder viele Schnittstellen. Ich denke Apple liegt schon richtig, auch wenn ich persönlich die Weglassung von FireWire schon bedenklich finde.
Theodor: Dann auf zu Fuxdata und da das Air anschauen, würd ich sagen ;)