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Archive for the ‘Apple TV’ Category

Der Mac und die Fernseher

August 29th, 2008 23 comments

Ich habe jüngst die Idee entwickelt, anstatt eines Projektors doch eher einen dieser großen LCD-Fernseher zu kaufen, die einem scheinbar überall zu Dumpingpreisen nachgeschmissen werden. Also startete ich eine Recherche und fand mich bald in einem Dickicht widersprüchlicher Spezifikationen und Versprechungen wieder.

Letztlich ist mir der Fernsehteil weitgehend egal, da ich nicht vorhabe, mit dem Gerät Fernsehprogramme zu schauen sondern ihn primär als großes Display für einen Mac mini zu verwenden, der dann als Media Center usw. usf. yadayada, you know that story.

Also zog ich aus um die Gerät mit meinem MacBook zu testen, wie sie sich beim Anschluss eines richtigen Computers konkret verhielten. Dabei offenbarten sich gleich eine Reihe von Problemen, mit denen ich so vom Start her nicht gerechnet hatte, da ich in meiner digitalophilen Gesamtnaivität nicht mit den langen Schatten der gemeinen Fernsehtechnologie gerechnet hatte.

Getestet habe ich bislang diverse Geräte 40-42-Zoll “Full HD” von Panasonic, Toshiba, JVC, Samsung und Loewe. Ich kann jetzt keine spezifischen Bezeichnungen runterbeten, die scheinen sich auch von Webstore zu Webstore und Produktkatalog zu Produktkatalog nach irgendwelchen geheimen Formeln und Buchstaben und Zahlen zu ergänzen und zu verschieben, deren Innerstes auch Indiana Jones bislang verborgen blieb.

In meinen Tests arbeitete ich mit einem schwarzen MacBook über den Mini-DVI-Ausgang mit einem HDMI-Adapter. Die Erkennung der Fernseher funktionierte durchweg reibungslos, doch ab dann wurde es rauer. Hier eine Liste üblicher Probleme, auf die ich stieß:

  • Die Fernseher torpedierten die Bildqualität mit allerlei “Bildverbesserungsmaßnahmen”, vornehmlich “Schärfe” und “Bewegtbildkompensation”. Dies führt zu widrig zitternden Pixelupdates wenn sich mal irgendwo was ändert, lästigen Pixelschatten und anderen graphischen Ungereimtheiten. Das muss man alles ausschalten.
  • Die wenigsten Fernseher sind in der Lage, eine solche Einstellung als Default _pro Eingang_ zu konfigurieren. Meist handelt es sich um ein globales Setting, was einem beim Betrieb mehrerer Quellen, die nach unterschiedlichen Einstellung dürsten, einen Riegel vorschiebt.
  • Nicht alle “Full HD” Fernseher waren in der Lage, meinem MacBook einen 1080p Zugang (Non-Interlace 1920×1080 Pixel) anzubieten. Entsprechend ging es mit der Interlaced-Variante 1080i zur Sache. Trotzdem bestanden verschiedene Fernseher in ihrem Bildeingangsmenü darauf, dass sie ein 1080p-Signal empfingen, was ich ihnen nicht abnehme.
  • Bei meinem MacBook – und es sieht so aus, als ob das mindestens bei einem Mac mini den ich im Vergleich sah – wird der Bildschirminhalt auf wunderbare Weise auf eine geschätzt 90% kleinere Fläche projeziert. Mal zentriert, manchmal auch leicht horizontal verschoben. Trotzdem liefert das MacBook 1920×1080 Pixel an, die auch alle angezeigt werden – aber eben skaliert. Zwar konnte ich keine offensichtlichen Moiré-Effekte beobachten, habe den Aspekt aber auch zu wenig getestet. Tatsache ist, dass zumindest bei meinem MacBook bei _allen_ getesteten Full-HD-Fernsehern diese Skalierung einsetzt.

Alles in allem spürt man, was der Unterschied zwischen einem Computer-Monitor und einem Fernseher ist. Trotzdem will mir nicht in den Sinn, warum Fernseher mit ihrer sinnlosen Vielfalt an IO-Technik und Anschlüssen billiger verkauft werden als entsprechende Computermonitore (aber vielleicht ist das auch nicht so und nur von mir eine gefühlte Realität).

Mich würden natürlich Eure Erfahrungen mit dem Anschluss von Macs an Full-HD-Fernseher interessieren. Kennt ihr den Skalierungseffekt? Gibt es Fernseher, die problemlos funktionieren? Hat jemand mit dem Apple-TV andere oder auch vergleichbare Ergebnisse erzielt?

Nachtrag: Nach längerer Forschung bin ich schließlich auf ein Modell – ggf. sogar eine Modellreihe -gestossen, die alle genannten Probleme nicht aufweist: der Sony KDL 46-V3000 erkannte problemlos sowohl das Signal des MacBook als auch des Mac mini an. Keine Verzerrung, glaskare Anzeige, so wie man sich das wünscht. Dazu kommt, dass das Gerät seine Settings automatisch per Port speichert, so dass man Dinge wie Motion Compensation, Schärfeverstärkung etc. problemlos auf einem DVB-T Kanal zur Anwendung bringen kann, beim Umschalten auf das Signal des Macs via HDMI aber diese Optionen automatisch ausschaltet. Prima Gerät. Kann ich empfehlen.

Mal Luft holen

February 18th, 2008 13 comments

Ich war heute mal wieder bei Gravis in Berlin, um mal einen Blick auf das MacBook Air zu werfen, von dem ich annahm, dass es dort ausgestellt sein würde. Dem war dann auch so, allerdings nur ein einziges Modell, das mit gleich zwei Bewegungssensor-Alarmkabeln versehen war, so dass man es nicht mal richtig in die Hand nehmen konnte.

Mein erster Eindruck war: groß genug, klein genug. Dann hob ich das Gerät mit einer Hand an und siehe da: keinen nennenswerte Belastung. Wenn ich mein MacBook mit einer Hand aufnehme wird es schon brenzlig, da ich Gefahr laufe, dass es mir entgleitet. Mit dem Air schien das kein Problem. Ich kenne zwar die genauen Gewichtsmaße der Geräte, aber man muss es eben selbst anfassen, um zu verstehen, wie sich das Gewicht auf das Tragefühl auswirkt.

Von außen sieht das Teil doch deutlich eleganter und zurückhaltender aus, als ich befürchtet hatte. Die Klappe mit den Schnittstellen war allerdings ausgeklappt und es steckte ein rotes USB-Kabel darin. Ich fragte den Verkäufer, ob ich das mal herausziehen könnte und wurde belehrt, dass es sich bei dem Kabel um einen weiteren Diebstahlsschutz handele. Ich fragte, ob es nicht einen Weg gäbe, das trotzdem mal zu entnehmen, damit ich mir einen Eindruck von der Optik des Gerätes ohne ausgeklappte Schublade machen könnte. Die Folge war eine mindestens oberlehrerhafte und verdammt nah an einer Unverschämtheit rangierende Zurechtweisung, dass das nicht ginge und ich doch hier bitte nicht widersprechen soll. Kundenbehandlung im Berliner Einzelhandel ist immer wieder ein Erlebnis.

Nachdem ich ihm mehr oder weniger unmissverständlich zu verstehen gegeben habe, dass ich nur weil ich hier mit potentieller Kaufbereitschaft Zeit für den Besuch seines Ladens aufbringe nicht bereit bin, mich wie einen Idioten behandeln zu lassen klickte ich noch eine Weile ungerichtet auf der Maschine herum und konnte keine negativen Dinge feststellen. Ich zog dann in den ersten Stock ab, um mich von den Mängeln des Apple TV-Updates selbst zu überzeugen.

Im ersten Stock wurde mir dann prompt und vergleichsweise freundlich eine Demo angeboten. Ich klappterte flugs die beiden mir wichtigen Features ab: das Abonnieren von Podcasts und das Ansprechen anderer AirTunes-Geräte – beides Fehlanzeige. “Ich warte dann mal auf Take 3″, meinte ich zu dem Verkäufer, dem ich vorher noch die Bedeutung des Abonnierens eines Podcasts im Gegenastz rum reinen Download einzelner Podcast-Episoden erklärte und schlich mich wieder von dannen.

Irgendwie machen mich meine Besuche bei Gravis in letzter Zeit nicht glücklich. Aber das MacBook Air wird glaube ich ein Renner.

Apple TV 2.0

January 22nd, 2008 9 comments

Ich finde ja, dass das Upgrade für Apple TV wirklich gelungen ist, leider löst es meine Kernprobleme immer noch nicht. Ich verstehe auch wirklich, wirklich nicht, was die Büchse davon abhält, Apples eigenes AirTunes-Protokoll zu unterstützen. Ich habe die ganze Wohnung voll mit diesen Dingern und ausgerechnet Apples “Media Center” ist nicht in der Lage, diese hochproprietären Satelliten anzusprechen?

Update: Ja, Theodor “macht sich nicht richtig schlau” Prinz macht sich wieder alle Ehre. AirTunes ist also dabei, danke für die Hinweise und Lob an Apple, dass es jetzt tatsächlich Einzug halten wird. Jetzt noch die Preissenkung und ich werden den Kauf erwägen.

Ich lag wohl doch nicht falsch: zwar kann Apple TV 2.0 AirTunes, allerdings fungiert es selbst nur als AirTunes-Server und kann alternativ zu einer AirPort Express Station verwendet werden. Das ist zwar schön und nett und spart mir eine Station, aber warum bitte schön kann ich nicht von Apple TV auf andere AirTunes Server zugreifen und dort Sound abspielen? Es ist mir unerklärlich. Es sei denn, auch die jetzt eintreffenden Berichte sind wieder mangelhaft und das Feature ist doch irgendwo versteckt.

Von einem Mitarbeiter bei Apple wurde mir übrigens versichert, dass die neue Software tatsächlich auch Podcasts abonnieren können soll. Ich bin da ja noch skeptisch bis ich das selbst gesehen habe, aber wenn es so ist, dann hat Apple dem Gerät einen echten Mehrwert verpasst, der auch in Europa helfen könnte, das Ding zu verkaufen.

Update: Laut MacWorld ist auch das Abonnieren nicht möglich. Gna.

Richtig einschlagen wird es aber erst, wenn die Vermietung von Filmen auch hierzulande läuft. Hoffen wir mal, dass das nicht so lange auf sich warten lässt.

Kann jemand bestätigen, dass sich Podcasts wirklich abonnieren lassen?

Kristallkugel 2008

January 15th, 2008 No comments

Ich gebe zu, ein wenig die Hosen voll zu haben und mir deshalb so recht keine Weissagungen für die anstehende Keynote getraut habe, weil ich zuletzt immer so falsch lag. Allerdings kam nun John Gruber aus der Reserve und ich muss zugeben, dass ich mich seinen Voraussagen weitgehend anschliessen kann. Mit ein paar Ausnahmen. Ich will genauer werden, aber lest Euch das erstmal durch. Fertig? Okay.

Ein Subnotebook wird es wohl geben und kein Tablett. I agree.

Seinen Wunsch nach einem “Ubiquitous networking” kann ich zwar irgendwie nachvollziehen, finde ihn aber nicht so wichtig, da ich mit dem Networking Setup in Leopard eigentlich recht zufrieden bin. Ich bezweifele auch, dass ein solches automatisches Handover problemlos zu realisieren wäre. Dazu kommt, dass ein solches Feature in einem Dot-Dot-Release von Leopard eher unwahrscheinlich wäre. Aber irgendwas ist ja “in der Luft”.

Das Wiedereinschalten von Wireless Backups hielte ich persönlich für sehr wünschenswert, allein weil ich mir genau wegen dieses Features im Vorfeld eine AirPort Extreme erworben hatte und jetzt ein wenig doof dastehe. Das technische Problem war wohl, dass die AirPort Extreme kein garantiertes Wegschreiben von Blöcken über das Netz garantieren kann und es möglich gewesen wäre, dass Backups unvollständig sind obwohl der Mac glaubt, es wäre alles prima. Who knows. Ich wüsste vor allem mal gerne, welches Betriebssystem auf der AirPort Extreme läuft – ob es wirklich NetBSD ist, wie einige behaupten oder OS X, wie ich glaube.

iTunes Filmverleih wird es geben. Macht auch total Sinn und wird erfolgreich sein.

Eine neue Version von Apple TV erwarte ich dringend und es ist tatsächlich eine meiner größten Hoffnungen. Apple TV ist ja über das Jahr kräftig verspottet worden, aber das lag meiner Meinung nach vor allem daran, dass die Leute nicht verstanden haben, worum es sich dabei handelt. Alle blickten auf das Gerät als eine Art Mini-Mac-Mini und sahen zu wenig Features. Für mich ist Apple TV eher ein Wohnzimmer-iPod und als solchen fand ich das Teil eigentlich prima. Mich persönlich vom Kauf abgehalten haben zwei andere Details: die Nichtunterstützung von Composite-Video (habe noch eine alte TV-Büchse ohne Component-Video) und die Nichtunterstützung von AirTunes, für die ich nicht das geringste Verständnis habe. Meine Befürchtung: das neue Apple TV wird ein DVD-Laufwerk und eine deutlich bessere Software haben – aber nicht die von mir vermissten Features.

Ob die Musikindustrie es sich wirklich leisten kann, Apple Non-DRM-Musik vorzuenthalten ist mir unklar. Wenn sie es tun werden sie sich weiterhin wenig Freunde machen und eher Umsatz einbüssen als langfristig was davon zu haben. Der iTunes-Store wird den Angriff von Amazon überleben und am Ende könnte man das Non-DRM ggf. sogar einklagen. Man bedenke übrigens, dass Amazon nur in den USA verkauft, iTunes in vielen weiteren Ländern einschließlich Europa.

Ich denke, dass das iPhone auch in diesem Jahr wieder einen Großteil der Keynote einnehmen wird. Ich denke, Steve Jobs wird ausführlich darlegen, mit welchen Anwendungen demnächst zu rechnen ist und wie Apples Strategie sein wird, diese Programme auszuliefern, zu verkaufen und zu installieren. Ein RAM-Upgrade für das iPhone auf 16 GB halte ich für Wahrscheinlich (und hoffe auf einen 32 GB iPod touch) und außerdem könnte ich mir eine Präsentation von OS X 1.2 oder 2.0 vorstellen. Ich meine Apple wird versuchen im Bereich User Interface noch mal kräftig nachzulegen um den anderen zu zeigen, wo der Hammer hängt und dass sie sich auch 2008 auf Marktanteilverluste einstellen können.