Spielereien
Bevor der Mac seinen Siegeszug in den Home-Markt erfolgreicht fortsetzen kann, muss Apple noch einen großen Stolperstein aus dem Weg räumen. Zwar wurden mit Mac OS X in den letzten Jahren mit seiner Stabilität, Sicherheit und Produktivität viele Eigenschaften beschert, nach dem der gemeine Anwender dürstet, aber eines fehlt: ein überzeugende Strategie für Spiele.
Der große Erfolg von GTA IV zeigt dies wieder überdeutlich: der Mac spielt bei Spielern nicht nur eine untergeordnete, sondern eigentlich eine vernichtend geringe Rolle. Zwar sollte der Mac mit seiner wohldefinierten Hardware und seiner zahlungskräftigen und -bereiten Käuferklientel eigentlich großen Anreiz auf die Spieleindustrie haben, doch gibt es offensichtlich noch eine große Blockade zu lösen. Wo diese genau liegt ist mir noch etwas unklar.
Doch mit dem iPod und dem iPhone (man schaue sich nur den großen Anteil von Spielen unter den Programmen an, mit denen das SDK präsentiert wurde) deutet sich eine Trendwende an, zielt allerdings vor allem auf die mobilen Geräte. Es scheint, als ob sich Apple als Gegner gleich den Platzhirschen Nintendo (die DS ist die meistverkaufte Spielekonsole aller Zeiten) ausgeschaut hat und den Kampf gegen Windows nachgeordnet angeht.
Die Strategie ist nachvollziehbar, denn mit jedem iPhone Developer gewinnt man so ganz nebenbei auch einen Mac-Entwickler, da er ja letztlich keine anderen Frameworks nutzt (mit der Ausnahme von Cocoa Touch natürlich, aber die UI-Frameworks werden von den meisten Spieleherstellern ohnehin weitgehend ignoriert). Mit einem Spieleerfolg auf der Touch-Plattform könnte es einen Rückstrahleffekt für den Mac geben, auch wenn sich das sicherlich zunächst auf Spiele mit geringen Systemanforderungen auswirkt.
Wann Apple es schafft, Spiele wie GTA auf den Mac zu ziehen, steht daher noch in den Sternen.



in iTunes abonnieren
Neuste Kommentare