Time Slider
Noch ein Nachtrag zur letzten Sendung, da wir ja so auf ZFS stehen und laufend sein Potential preisen. Auf OpenSolaris gibt es seit ein paar Monaten das Backupsystem “Time Slider“. Dazu gibt es ein schickes kleines Plugin für die “Finder”-Oberfläche namens Nautilus. Dieses Plugin liefert eine kleine aber feine Schnittstelle für die Snapshop-Funktionalität von ZFS. Schön erklärt wird das in diesem Screencast.
So und nicht anders sollte das in Mac OS X auch integriert sein. Die aktuelle Time Machine Oberfläche mit dieser Disco-Optik und unfassbar tranigen Performance sollte meiner Meinung nach es nicht mal mehr in Snow Leopard schaffen. Wer das wirklich mal benutzt hat weiß vielleicht wovon ich rede. Das Feature sollte man vielleicht Microsoft andrehen, damit sie es in Windows 7 einbauen, denn da passt es wenigstens hin. Wozu ist ein “Finder” da, wenn man damit nicht mal alte Versionen einer Datei finden kann?
Bevor hier gleich entsprechende Kommentare kommen: ich weiß, dass die Snapshots per se kein Backup im Sinne einer separaten Kopie der Daten darstellen. Aber sie übernehmen die Funktionalität des zeitbasierten Rollbacks von Daten und das OHNE dass man ein Backupmedium zum Einsatz bringen muss. Funktioniert also auch während der Arbeit im Zug oder wo auch immer.
Dazu haben ZFS-Snapshots den großen Vorteil, dass ein Backup von ihnen auch später noch durchgeführt werden kann (unter Erhaltung aller Zeitmarken!). Dazu kommt, dass Snapshots sehr genau sind: was Time Machine eigentlich genau sichert, während es eine halbe Stunde lang ein 200 GB Dateisystem via WLAN auf eine Time Capsule synct, weiß wohl so genau niemand. Ist eine Datei im Backup auf dem Stand zu Beginn des Backups oder am Ende des Durchlaufs? Das ist bei ZFS-Snapshots zumindest klar definiert. Dazu kommt, dass man bei Snapshots nicht lange rumdenken muss, was gesichert werden muss, wenn das Backup einsetzt. Das “Preparing Backup…” dauert bei Time Machine noch viel zu lange. Außerdem ist das differentielle Wegschreiben eines Snapshots eine in ZFS eingebaute Funktionalität: mit einer Kommandozeile kann die Daten via SSH auf ein anderes ZFS-Dateisystem übertragen. Einfach, sicher, elegant.
Ich kann nur hoffen, dass Apple die Eier hat, ihr Time Machine voll auf die Möglichkeiten von ZFS zu optimieren, sobald sie ZFS vollständig und stabil in ihr OS integriert haben. Ich halte Apple für klug genug, diese Vorteile zu begreifen, allerdings weiß ich nicht, ob sie mutig genug sind, eine Weile zweigleisig zu fahren, solange HFS+ noch eine Realität ist (und das wird es noch ein paar Jahre bleiben).

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